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Der Freistaat Sachsen

Sächsische Regionen

landschaftSachsen ist einzigartig - das gilt für Land und Leute. Wer allerdings glaubt, alle Sachsen sind gleich, der irrt.

So vielfältig wie die Landschaft von der Sächsischen Schweiz bis zur Leipziger Tieflandsbucht sind auch die Sachsen selbst. Dabei hat jede Region ihren eigenen Charakter, den es mit unserer Hilfe zu entdecken gilt. Die sächsischen Regionen sind nicht nur geschichtlich und kulturell geprägt, sondern haben den Sprung in die Moderne geschafft. Das größte Kapital sind dabei die Menschen und ihre kreativen Ideen, die den Freistaat Sachsen bereichern und interessant machen.

Entdecken auch Sie den Freistaat von all seinen faszinierenden Seiten Wer in Sachsen Urlaub machen will, kann sich sein Feriendomizil in verschiedenen Ferienregionen auswählen: Oberlausitz, Sächsisches Elbland, Sächsische Schweiz, Sächsisches Burgen- und Heideland, Erzgebirge und Vogtland. Die Übersicht zeigt Ihnen die Lage und macht Sie mit den landschaftlichen und touristischen Besonderheiten bekannt. Zwischen Vogtland und Oberlausitz liegt ein großer Reichtum an Kultur, Tradition und Moderne

Geschichte-Allgemein

dresdenstadtansichtmittelalterEine Überlieferung aus dem 9. Jahrhundert behauptet, dass als Sachsen einst ein großer Stammesverband der Germanen bezeichnet wurde, der von der Nordseeküste kommend sich im heutigen Niedersachsen niederließ. Deren Hauptwaffe war ein einschneidiges, kurzes Hiebschwert, Sahs genannt. Der Waffenname gab dem Stamm den Namen Saxones. Eroberungszüge führten die Saxones schließlich ins Land zwischen der mittleren Elbe und der Saale.
Wie dem auch sei, fest steht, die erste Grundlage für eine deutsche Herrschaft in dem damals von Sorben verhältnismäßig dünn besiedelten Gebiet brachte die Burgwartsverfassung Heinrichs I. 968 wurde das Bistum Meißen gegründet, das die Keimzelle des späteren sächsischen Staates wurde. Im Jahre 1089 wurden die wettinischen Grafen von Eilenburg mit der Mark Meißen belehnt, die bis zur Abdankung von König Friedrich August III. im Jahre 1918 das Land regierten.
Die Entdeckung von Silberadern im Jahre 1168 führte zur Gründung Freibergs und war die Basis für die spätere ökonomische Entwicklung des Landes.
Als Markgraf Friedrich der Streitbare 1423 mit dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg belehnt wurde, ging auch der Name Sachsen auf den meißnischen Besitz der Wettiner über. 1485 wurde das wettinische Territorium unter den Brüdern Ernst und Albrecht aufgeteilt. Das ernestinische Sachsen wurde zum Mutterland der Reformation. Albrecht verlegte seine Residenz nach Dresden.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) wurden weite Landesteile verwüstet, doch Ende des 17. Jahrhunderts brachte das Metallgewerbe und die Weberei einen wirtschaftlichen Aufschwung. 1697 erwarb August der Starke die polnische Königskrone und beherrschte ein gewaltiges Reich. In der Residenzstadt Dresden entstanden bedeutende Bauten, Kunstwerke und Sammlungen.
Trotz beachtlicher Schäden im Siebenjährigen Krieg (1756 - 1763) und das Bündnis mit Napoleon, das dem Land den Verlust von mehr als die Hälfte des Territoriums an Preußen brachte, erlebte Sachsen einen neuen wirtschaftlichen Aufschwung: Chemnitz wurde das "sächsische Manchester" genannt, die erste Ferneisenbahn zwischen Leipzig und Dresden gebaut und in der Baukunst nahmen die Dresdner Bauten einen hervorragenden Platz ein.
Anfang des 20. Jahrhunderts entstand aus dem Königreich der Freistaat Sachsen.
Heute ist Sachsen ein Land mit unverwechselbarer Kunst und Kultur, jahrhunderte alten Traditionen, landschaftlichen Reizen, großer Geschichte und Moderne. Diese Vielfalt des Reise- und Ferienlandes Sachsen machen es zum touristischen Besuchermagneten.
Weltweit beachtete Theater- und Musikinszenierungen, hochkarätige Festivals, Museen und Ausstellungen von internationalem Rang prägen die sächsische Kulturlandschaft.
Mit ihrem ganz unterschiedlichen Flair von Barock über moderne Eleganz, Industriearchitektur und Jugendstil,verträumter Romantik bis zum quirligen Großstadtleben wie in Dresden, Chemnitz und Leipzig ebenso wie Pirna, Meißen, Torgau, Annaberg-Buchholz, Plauen, Bauzen, Freiberg, Zittau, Görlitz oder Zwickau - Sachsen ist immer einen Besuch wert.

Sachsen-Fakten

Lage Sachsen, im Osten der Bundesrepublik Deutschland gelegen, erstreckt sich von der Tieflandsbucht um Leipzig und der Niederlausitz im Norden über das mittelsächsische und Lausitzer Bergland bis hin zum Kamm des Erzgebirges und den Höhen des Vogtlandes im Süden. An seinem Südostzipfel wird Sachsen durch das Elbsandsteingebirge und das Zittauer Gebirge abgeschlossen. Die höchste Erhebung Sachsens ist der zum Erzgebirge gehörende, 1215 m hohe Fichtelberg. Gemeinsame Grenzen hat Sachsen mit den deutschen Bundesländern Brandenburg. Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern sowie auf einer Länge von 454 km mit der Tschechischen Republik und auf 123.5 km mit der Republik Polen.
Einwohner 4.425.580
Fläche Die Fläche des Landes beträgt 18.413 Quadratkilometer (Stand: 31. 12.2000).sachsenregionen
 Sehenswert Im Freistaat Sachsen gibt es inzwischen über 350 Museen und museale Schauanlagen. Die einstigen kurfürstlich-königlichen Sammlungen in Dresden. Einrichtungen mit einer über 400-jährigen Tradition haben Weltbedeutung. Genannt seien die zu den Staatlichen Kunstsammlungen gehörenden Gemäldegalerien Alte und Neue Meister, die Skulpturensammlung, das Grüne Gewölbe als Schatzkammer der sächsischen Fürsten, die Porzellansammlung mit einer einmaligen Fülle ostasiatischer und Meißner Porzellane und die Rüstkammer, eine der herausragendsten Sammlungen von Waffen, Harnischen, Kostümen und kunsthandwerklichen Gegenständen.
Einen internationalen Rang besitzen die Kunstmuseen der Stadt Leipzig: das Museum für bildende Künste und das Museum für Kunsthandwerk, aber auch die Kunstsammlungen Chemnitz. Unter den stadtgeschichtlichen Museen sind diejenigen in Bautzen, Chemnitz, Dresden, Freiberg, Görlitz, Leipzig, Plauen und Zittau hervorzuheben.
Speziellen Themen gewidmete größere museale Einrichtungen sind unter anderem in Dresden das Militärhistorische Museum, das Landesmuseum für Vorgeschichte, das Deutsche Hygienemuseum und das Verkehrsmuseum, die Musikinstrumenten-Museen in Leipzig und Markneukirchen oder das Deutsche Buch- und Schrifttummuseum der Deutschen Bücherei in Leipzig.
Eine Besonderheit für den Freistaat Sachsen stellen die technischen Sehauanlagen dar, darunter die des Montanwesens in Freiberg oder in Altenberg-Zinnwald im Erzgebirge, das Bergbaumuseum in Oelsnitz/Erzgebirge, das Kalkwerk Lengefeld, die Brikettfabrik Knappenrode bei Hoyerswerda, der Frohnauer Hammer bei Annaberg und die Saigerhütte Grünthal bei Olbernhau.
Industrielle Erzeugnisse präsentieren das Spitzenmuseum in Plauen, die Motorradausstellung auf Schloss Augustusburg, die Schauhalle der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen und die Automobilausstellung in Zwickau.
Eine Reihe von Museen widmen sich volkskundlichen Themen, so das Volkskunstmuseum in Dresden mit der in Radebeul befindlichen Puppentheatersammlung, das Museum für bergmännische Volkskunst in Schneeberg oder das Erzgebirgische Spielzeugmuseum in Seiffen. In Leipzig und Dresden präsentieren beide staatlichen Völkerkundemuseen ihre reichen Sammlungsbestände außereuropäischer Kunst und Gebrauchskultur. 

Elbe

ElbdampferDer Name „Elbe“ ist nordgermanischen Ursprungs, leitet sich her von "Elfr", "Elfur", "Elv", "Älv", "ælf" = "glänzen". Die später hier erschienenen Slawen nannten den Fluss Labi und entsprechend benannte sich der slawische Stamm der Polaben, denn "po" und "Labi" ergibt: Leute an der Elbe/Elbanwohner. Zu verbinden ist der Flussname aber auch mit dem lateinischen Adjektiv albus für weiß. So nannten die Römer den Fluss Fluvius Albis. Die Elbe heißt dieser Deutung nach entweder wegen des schäumenden Wassers in ihrem Oberlauf so oder aber wegen der hellen Sandufer in grüner Umgebung.
Mit einer Gesamtlänge von 1144 km ist die Elbe einer der größten Ströme Mitteleuropas und gehört zu den 200 längsten Flüssen der Erde. Sie entspringt in Tschechien, 417 Flusskilometer verlaufen auf dem Gebiet der Tschechischen Republik. Der deutsche Anteil der Elbe ist in 727 Fluss-Kilometer unterteilt. Bei Cuxhaven mündet die Elbe in die Nordsee. Da die Elbe ins Meer mündet und nicht in einen anderen Fluss, gilt sie als Strom. Sie entwässert ein Einzugsgebiet von etwa 148.000 Quadratkilometern. Die Elbe ist einer der wenigen europäischen Flüsse, die naturnah ausgebaut wurden, Flussbett und Uferlandschaft sind gut erhalten, obwohl mit den Regulierungsmaßnahmen ab Mitte vergangenen Jahrhunderts natürliche Schifffahrthindernisse beseitigt und eine Fahrrinnenvertiefung erreicht wurde. Die obere Elbe ist bei normalem Wasserstand ca. 100 bis 130 Meter breit, die Fahrrinne hat eine Breite von ca. 50 Metern.
Die Elbe ist ein Wanderfluss: Bei guter bis mäßiger Strömung ist sie ohne Schwierigkeiten zu befahren. Ab der tschechischen Grenze bis zur Mündung bei Cuxhaven findet sich auf 727 km nur ein einziges Hindernis: Die Staustufe Geesthacht. Die Elbe ist damit der längste, praktisch hindernisfrei zu befahrende Wanderfluss Mitteleuropas. Aufgelockert wird die lange Fahrt durch sehenswerte Städte: Pirna, Dresden, Meißen, Torgau, Wittenberg, Dessau, Magdeburg, Tangermünde, Havelberg und Hamburg. Landschaftlich besonders reizvoll ist die Fahrt durch das Elbsandsteingebirge oberhalb Dresdens und die Weiten der Norddeutschen Tiefebene. Um die touristischen Möglichkeiten dieser Gebiete auszuschöpfen, ist die Mitnahme eines Reiseführers anzuraten.
In der Mitte Europas ist sie eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft und lädt Sie ein zu erholsamen und schöpferischen Stunden zwischen Naturgenuß und Kulturerlebnis. Den größten Anteil an diesem Schutzgebiet hat das Land Sachsen- Anhalt. In der Region der Altmark klappert fast in jedem Elbdorf noch ein Storchen- paar auf dem Dach und die Menschen sprechen stolz von “ihren Störchen”. Der Biber dagegen ist nicht so publikumssüchtig und baut deshalb seine Burg an den stillen Nebengewässern der Elbe. Doch weil es im Land über 3000 dieser ein drucksvollen Nager gibt, findet auch der Laie regelmäßig ihre Spuren und macht mit ein wenig Geduld ihre leibhaftige Bekannntschaft. Auch die Geschichte der Landschaft öffnet sich Ihnen. Ob mit dem Auto auf der “Straße der Romanik” oder mit dem Fahrrad auf dem internationalen “Elberadweg R2” - Sie finden ihren individuellen Zugang zu einer weiten, wasser- und lichtdurchfluteten Landschaft.
ElbschleifeDie Elbe verlässt Böhmen durch die sogenannte „Böhmisch-Sächsische Schweiz“, benannt nach ihrer Ähnlichkeit mit der schweizerischen Landschaft: Das Elbsandsteingebirge ist eine Erosionslandschaft aus der Kreidezeit: Entstanden durch Erosion der Elbe und ihrer Nebenflüsse. 200 bis 300 Meter tief schneidet sich die Elbe in steile Sandsteinwände ein. Markante Landschaftspunkte sind die beiden Tafelberge Lilienstein und Königstein. Das „Sächsisch-böhmische Kreidesandsteingebiet“ erstreckt sich innerhalb des deutschen Gebietes von der Staatsgrenze zu Tschechien etwa bis Pirna (südöstlich von Dresden). Landschaftsräumlich ist der Bereich als Elbsandsteingebirge bzw. der deutsche Teil des Gebirges als Sächsische Schweiz bekannt. Das „Sächsische Hügelland und Erzgebirgsvorland“ passiert die Elbe von Pirna/Dresden bis kurz vor Riesa. Von dort erstreckt sich bis kurz hinter Magdeburg (etwa Mündung des Elbe-Havel-Kanals) der lange Verlauf des „Elbe-Mulde-Tieflandes“. Danach reicht ein weiterer sehr langgezogener Abschnitt, die „Elbtalniederung“, bis vor die südöstlichen Tore Hamburgs. Alle diese Abschnitte und Naturräume gehören zur kontinentalen biogeografischen Region.
Im letzten Jahrhundert war das Elbsandsteingebirge stark gefährdet durch Steinbrauchabbau, seit 1912 ist mit der Ausweisung von Schutzgebieten begonnen worden. Im Jahre 1938 folgte das Naturschutzgebiet Bastei: Die letzten fünfhundert Meter naturbelassene Felsabbruchkante des Elbetales, im Jahre 1940 das Naturschutzgebiet Polenztal, 1961 die Postelwitzer Steinbrüche und Grosser Winterberg. Im Jahre 1956 wurde das Gesamtgebiet Sächsische Schweiz unter Landschaftsschutz gestellt: Eine Fläche von 368 km². Von tschechischer Seite ist geplant: Der Nationalpark "Böhmische Schweiz" mit einer Fläche von fast 100 km², anschließend an den östlichen Teil des deutschen Nationalparks.Elbsandsteingebirge
Die Nebengewässer in den Elbauen weisen eine große Vielfalt an Wasser-, Sumpf- und Uferpflanzen auf, darunter seltenere Arten wie die Krebsschere, die Schwanenblume und die Seekanne. Im Spätfrühling und Frühsommer sind viele Tümpel und Flutmulden von einem weißen Teppich blühenden Wasserhahnenfußes bedeckt. Feuchtwiesen sind zur gleichen Zeit rosa von Blütenaspekten der Kuckuckslichtnelke und gelb von verschiedenen Hahnenfuß-Arten. Sehr kleinräumlich können sich feuchte und trockene Biotope abwechseln, so dass man wenige Meter entfernt Pflanzen der Magerrasen und Sand-Trockenrasen findet. An der Unterelbe mischen sich Florenelemente atlantischer und salzverträglicher Standorte in die Ufervegetation. Dazu gehört beispielsweise die Strandsimse. Eine Rarität, die weltweit betrachtet ausschließlich an wenigen Stellen der Unterelbe endemisch vorkommt, ist der Schierlings-Wasserfenchel (Oenanthe conioides). Dieser ist auf den extrem seltenen Lebensraum „tidebeeinflusstes Süßwasserwatt“ spezialisiert.
Da die Elbe sehr unterschiedliche Landschaften durchläuft, sind die sie begleitenden Biotope je nach naturräumlichen Gegebenheiten und dem Grad der Veränderung durch den Menschen entsprechend verschieden. Auf tschechischer Seite und im sächsischen Mittelgebirgsbereich ist die Flussaue überwiegend auf ein schmales, teilweises schluchtartiges Kerbtal beschränkt, das sich nur streckenweise weiter öffnet. Solche Areale sind dann oft mit Siedlungen, Verkehrswegen oder Landwirtschaft überformt. Ein höheres Maß an natürlichen oder naturnahen Biotopen weist der lange Mittellauf auf, der vergleichsweise dünn besiedelt ist, allerdings durch Deichbau einen großen Teil der ursprünglichen Auenlandschaft innerhalb der Urstromtäler verloren hat. Der Unterlauf wiederum hat durch die Dimensionierung des Mündungstrichters, durch den Gezeiteneinfluss und durch die Nutzung als Wasserstraße einen gänzlich eigenen Charakter.
Zu den natürlichen Biotoptypen eines mitteleuropäischen Tieflandflusses gehören vor allem Weichholz- und Hartholzauwälder. Während die länger überflutungstoleranten Weichholzauen aus Weiden und Pappeln noch auf größeren Abschnitten zumindest linear vorhanden sind, sind Hartholzauen (mit Eichen, Ulmen, Eschen u. a.) nur noch in Fragmenten erhalten geblieben. Oft mussten sie landwirtschaftlichen Flächen weichen oder wurden durch Deichbau vom regelmäßigen, lebensnotwendigen Überflutungsgeschehen abgeschnitten. Die größten zusammenhängenden Reste von „echtem“ Auwald - auch ganz Mitteleuropas - finden sich heute im Dessauer Elbtal, insbesondere zwischen den Mündungen von Mulde und Saale.
Weiden am ElbuferDie überwiegend offenen Landschaften der mittleren Elb-Auen werden von Grünlandnutzung, in überschwemmungssichereren Bereichen auch von Ackernutzung geprägt. Dazwischen sind Biotoptypen wie Niedermoore (Erlenbruchwälder, Großseggenriede, Röhrichte) und verschiedene Stillgewässerarten anzutreffen. Vor allem vor der Regulierung des Flussverlaufes durch Deiche sowie Buhnen konnten durch die Fließgewässerdynamik (Hochwässer, Verlaufsänderungen) ständig neue Randgewässer wie Flutrinnen und -mulden, Altarme und Bracks entstehen. Ein Charakteristikum der Elbe ist auch nach der Ausdeichung erhalten geblieben: Bei Hochwasser steigt der Grundwasserspiegel zeitlich verzögert an und drückt – begünstigt durch den grobporigen, sandigen Boden – unter den Deichen hindurch. Auf der anderen Seite tritt dieses Wasser als so genanntes Dränge-, Druck- oder Qualmwasser wieder an die Oberfläche. Auf diese Weise entstehen dort temporäre Gewässer, in denen viele sehr seltene Tier- und Pflanzenarten ein Refugium haben – ein gewisser Ersatz für die ursprünglichen, durch die Bedeichung verloren gegangenen Überflutungsbiotope. Das sandige Ufer der Elbe selbst mit den ständigen Wechseln aus Überstauung und Trockenheit ist ebenfalls Lebensraum einer spezialisierten Flora und Fauna. Gleiches gilt für pleistozäne Geestrücken und periglazial entstandene Flugsanddünen, die entweder als Inseln innerhalb der Talaue liegen oder diese begrenzen (vergleiche beispielsweise: Höhbeck).
In den stärker urban geprägten Abschnitten des Elbufers finden sich oft Grünlandflächen auf den Auenstandorten, so genannte "Elbwiesen". Diese werden in der Regel extensiv als Weide oder Mähwiese bewirtschaftet und dienen zudem als Erholungs- und Veranstaltungsflächen. Dabei verblieben aber auch Reste von Auenbewaldung die teilweise unter Naturschutz stehen. Häufig spielen sie auch als Retentionsraum eine Rolle und dienen zusammen mit verlandeten Altarmen dem Hochwasserschutz. Nebenarme der Elbe wurden entweder künstlich trocken gelegt oder verlandeten von selbst und sind heute innerhalb von bebauten Gebieten als Feuchtwiese erhalten. Diese Altarme, die bei Hochwasser selbst schnell hohe Wasserstände und Fließgeschwindigkeiten aufweisen, wurden nicht überall baufrei gehalten. Im Unterlauf übt die Nordsee bereits einen merklichen Einfluss auf die Landschaft und die Lebewelt aus. Die weitläufigen, von Entwässerungsgräben durchzogenen Grünlandkomplexe entlang der Elbe werden hier als Marsch bezeichnet

Sachsen-Allgemein

sachsenDer insgesamt 18.415,51 km² große Freistaat Sachsen, in dem gegenwärtig etwa 4.205.000 Menschen leben (Stand 06/2008), wird von den deutschen Bundesländern Brandenburg (Norden), Sachsen-Anhalt (Nordwesten), Thüringen (Westen) und Bayern (Südwesten) eingerahmt, grenzt indes südlich auch an Tschechien und im Osten an Polen.

Das geographisch östlichste deutsche Bundesland gliedert sich in Mittelgebirge, Hügel- und Flachland. Das Flachland wird insbesondere von der Leipziger Tieflandsbucht südlich von Leipzig und der nördlichen Oberlausitz bestimmt, während sich das Hügelland weiter im Süden des Landes ansiedelt. Die sächsischen Mittelgebirge schließlich bestehen aus dem Vogtland im Südwesten Sachsens sowie dem Erzgebirge im Osten (oft in West-, Mittel- und Osterzgebirge untergliedert), dessen höchste Erhebung der 1.215 Meter hohe Fichtelberg ist.

Ein weiteres Mittelgebirge ist das Elbsandsteingebirge, welches durch die Elbe innerhalb des Erzgebirges geschaffen wird. Die so genannte Lausitzer Verwerfung am nordöstlichen Rand des Elbtals bildet die Grenze zum Lausitzer Bergland, das im Südosten Sachsens in das bis nach Tschechien reichende Lausitzer Gebirge überwechselt.

elbuferGrößter und wichtigster sowie als einziger schiffbarer „sächsischer“ Fluss ist die Elbe, welche das Land von Südosten nach Nordwesten durchquert. Sie wird u.a. von solchen Quellflüssen wie der Mulde, der Weißeritz, der Zschopau, der Weißen Elster und der Spree gespeist. Die Lausitzer Neiße begrenzt den Freistaat Sachsen im Osten, bevor sie in die Oder einmündet. Flüsse Sachsens wichtigster, größter und als einziger schiffbarer Fluss ist die insgesamt 1.165 km lange Elbe. Sie durchläuft den Freistaat von Südosten nach Nordwesten und passiert dabei so bekannte Städte wie Pirna, Dresden, Meißen, Riesa und Torgau. Die Elbe hat in Sachsen viele wichtige Quellflüsse. Zu diesen zählen die 124 km lange Mulde, die Weiße Elster (257 km), die Zschopau (128 km), die Weißeritz (12 km; mit Wilder Weißeritz 61 km) sowie natürlich die ca. 400 km lange Spree. Die 254 km lange Lausitzer Neiße begrenzt Sachsen im Osten und mündet in die Oder (866 km). Dabei kommt sie durch viele sächsische Städte hindurch wie etwa Zittau oder Görlitz.

Der größte See des Freistaates Sachsen ist der 13 km² große Bärwalder See, der auch als Speicher Bärwalde bezeichnet wird. Der auch drittgrößte See des Lausitzer Seenlands breitet sich in der oberlausitzischen Gemeinde Boxberg aus und wurde nach dem nahe gelegenen Ort Bärwalde benannt. Gespeist wird der Bärwalder See durch die Spree. Sachsen hat auch Anteil am 13,3 km² großen Bittefelder See.

basteiDas Elbsandsteingebirge  breitet sich auf 700 km² am Oberlauf der Elbe in Deutschland und Tschechien aus. Der höchste Berg des Gebirges ist der Hohe Schneeberg mit insgesamt 723 Metern. Das Charakteristische am Elbsandsteingebirge, das sich in die Sächsische Schweiz in Deutschland und die Böhmische Schweiz in Tschechien unterteilt, sind die vielen Formen, welche die enorm zerklüftete Felsenlandschaft annehmen kann.

Das wohl bekannteste Mittelgebirge Sachsens bildet auch die natürliche Grenze zwischen dem Freistaat und Böhmen. Das 150 km lange und durchschnittlich 40 km breite Erzgebirge, in dem etwa dreißig Berge existieren, die höher als 1.000 Meter sind, bringt auch die höchste Erhebung Sachsens hervor. Während der höchste Berg des Gesamt-Gebirges der 1.244 Meter hohe Keilberg ist, markiert der 1.215 Meter hohe Fichtelberg die höchste Erhebung auf sächsischem Territorium.

 Sachsen wird in die drei Direktionsbezirke Chemnitz, Dresden und Leipzig unterteilt, wobei diese Direktionsbezirke insgesamt zehn Landkreise sowie drei kreisfreie Städte enthalten. Die sächsischen Landkreise sind:

Die drei kreisfreien Städte sind Chemnitz (Kfz: C) Dresden (Kfz: DD) Leipzig (Kfz: L)

Der Freistaat Sachsen setzt sich aus 496 politisch selbständigen Städten und Gemeinden zusammen. 178 davon sind Städte, kreisfreie Städte oder Große Kreisstädte, und 318 sind nichtstädtische Gemeinden. Zum Teil haben sich die kreisangehörigen Gemeinden zu Verwaltungsgemeinschaften zusammengeschlossen. Gegenwärtig sind 239 Gemeinden in 96 Verwaltungsgemeinschaften und 34 Gemeinden in 10 Verwaltungsverbänden zusammengefasst.

Zu den größten und/oder bedeutendsten Städten des Freistaates Sachsen gehören - nach ihrer Größe geordnet:

  • Leipzig, kreisfrei, mit ca. 511.700. Einwohnern (Kfz: L)
  • Dresden, Landeshauptstadt, kreisfrei, mit ca. 508.400 Einwohnern (Kfz: DD)
  • Chemnitz, kreisfrei, mit ca. 244.300 Einwohnern (Kfz: C)
  • Zwickau, Kreis Zwickau, mit ca. 95.300 Einwohnern (Kfz: Z)
  • Plauen, Vogtlandkreis, mit ca. 67.300 Einwohnern (Kfz: V)
  • Görlitz, Kreis Görlitz, mit ca. 56.600 Einwohnern (Kfz: GR)
  • Freiberg, Mittelsachsen, mit ca. 42.100 Einwohnern (Kfz: FG)
  • Bautzen, Kreis Bautzen, mit ca. 41.350 Einwohnern (Kfz: BZ)
  • Hoyerswerda, Kreis Bautzen, mit ca 40.000 Einwohnern (Kfz: BZ)
  • Pirna, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, mit ca. 39.300 Einwohnern (Kfz: PIR)
  • Freital, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, mit ca 39.140 Einwohnern (Kfz: PIR)
  • Riesa, Kreis Meißen, mit ca 35.100 Einwohnern (Kfz: MEI)
  • Radebeul, Kreis Meißen, mit ca. 33.300 Einwohnern (Kfz: MEI)
  • Zittau, Kreis Görlitz, mit ca 29.100 Einwohnern (Kfz: GR)
  • Meißen, Kreis Meißen, mit ca. 27.850 Einwohnern (Kfz: MEI)
  • Delitzsch, Nordsachsen, mit ca. 27.100 Einwohnern (Kfz: TDO)
  • Limbach-Oberfrohna, Kreis Zwickau, mit ca. 26.100 Einwohnern (Kfz: Z)
  • Glauchau, Kreis Zwickau, mit ca. 25.150 Einwohnern (Kfz: Z)
  • Markkleeberg, Kreis Leipzig, mit ca. 24.000 Einwohnern (Kfz: L)
  • Werdau, Kreis Zwickau, mit ca 23.360 Einwohnern (Kfz: Z)
  • Annaberg-Buchholz, Erzgebirgskreis, mit ca. 22.500 Einwohnern (Kfz: ERZ)

Geschichte in Zahlen

250.000 v. Chr. Erste Spuren frühmenschlichen Lebens im Elbe-Saale-Raum
14. Jh. v. Chr.  Lausitzer Kultur
seit dem 1. Jh. Hermunduren 
6. Jh.  Ansiedlung slawischer Stämme 
631 Dervan, Herzog vom Stamme der Sorben fällt vom Frankenreich ab
772-804 Sachsenkriege, der Stamm der Sachsen wird von den Franken unter Karl dem Großen unterworfen. Nach dem Zerfall des Frankenreiches bildet sich in Ostwestfalen und Engern das Stammenherzogtum Sachsen heraus
805 Karl der Große besiegt verschiedene sorbische Stämme, sie behalten aber ihre Selbständigkeit unter Voraussetzung der Heerfolge und Tributzahlungen
916 Sachsenherzog Heinrich I. wird zum deutschen König gewählt. Er beginnt die planmäßige Unterwerfung der Elbslawen
929 König Heinrich I. lässt die Burg Meißen als militärischen Stützpunkt errichten, der sich zum Zentrum der Markgrafschaft Meißen und Kern der wettinischen Besitzungen entwickelt
1089 Heinrich I., Graf von Eilenburg aus dem Hause Wettin, wird mit der Mark Meißen belehnt. Damit beginnt die Herrschaft des Fürstengeschlechts der Wettiner im sächsisch-thüringischen Raum, die in ununterbrochener Erbfolge bis 1918 währt. Die Stammburg der Wettiner erhebt sich am Ufer der Saale. Die Wettiner sind vermutlich meinfränkischer Herkunft
1156 Konrad der Große teilt sein Territorium unter seinen fünf Söhnen auf. Damit beginnt die Geschichte der sächsischen Landesteilungen
1168 Mit dem Silberbergbau in Freiberg beginnt das "Berggeschrei"
1346-1815 Bautzen, Görlitz, Kamenz, Löbau, Luban und Zittau bilden den Oberlausitzer Sechsstädtebund
1409 Die Universität in Leipzig wird gegründet
1423 Markgraf Friedrich der Streitbare erwirbt das bisher askanische Herzogtum Sachsen-Wittenberg und die Kurwürde. Von da an werden alle Besitzungen mit dem Namen Kursachsen bezeichnet
1459 Vertrag von Eger legt Erzgebirgskamm als sächsisch-böhmische Grenze fest
1485 Das Haus Wettin wird in zwei Linien geteilt: Die ernestinische erhält das Gebiet Wittenberg, Leipzig sowie Thüringen, die Albertiner bekommen den südöstlichen Teil des Besitztums und wählen Dresden als Residenz
1517 Luther löst mit dem Anschlag seiner 65 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg (das damals noch zu Sachsen gehörte) die Reformation aus
1553 Albert kommt auf den Thron und führt als Kurfürst Sachsen zu beachtlicher wirtschaftlicher Blüte
1648 Nach dem Westpfälischen Frieden verliert Sachsen zunehmend an politischer Bedeutung im Reich
1694 Die Regierungszeit von Friedrich August I. (August der Starke) beginnt
1697 August der Starke erlangt durch Vermittlung seines persönlichen Freundes Kaiser Franz Joseph von Österreich die polnische Königskrone
1756-1763 Friedrich August II. gibt im Siebenjährigen Krieg das Land den Zerstörungen preis. Mit dem Friedensschluss von Hubertusburg verliert Sachsen das Anrecht auf die polnische Krone
1806 Sachsen wird Königreich von Napoleons Gnaden
1813 In der Völkerschlacht bei Leipzig stehen die Sachsen mit ihren grün-weißen Fahnen auf der falschen Seite. Sie kämpfen mit Napoleon Bonaparte und verlieren
1815 Auf dem Wiener Kongress verliert Sachsen drei Fünftel des Landes an Preußen
1831 Sachsen wird Verfassungsstaat
1835 Erstes Dampfschiff auf der Elbe
1839 Die erste deutsche Eisenbahnfernverbindung zwischen Leipzig und Dresden wird eröffnet
1871 Die deutschen Fürsten rufen im Spiegelsaal von Versailles den preußischen König Wilhelm zum deutschen Kaiser aus, Sachsen geht im Kaiserreich auf
1873 Die deutsche Mark wird eingeführt, die Landeswährungen abgeschafft
1918 Die Ausrufung der Republik erfolgt, König Friedrich August III. dankt am 13. November ab
1919 Am 25. Februar treten die sächsischen Abgeordneten als "Volkskammer" zusammen und proklamieren Sachsen als Freistaat
1920 Sachsen gibt sich eine demokratische Verfassung
1934 Gesetz über den Neuaufbau des Reiches. Der sächsische Landtag wird aufgelöst. Der Freistaat Sachsen hört staatsrechtlich auf zu bestehen
1944/45 Im Zweiten Weltkrieg richten anglo-amerikanische Bombenangriffe schwere Zerstörungen an
1949 Sachsen wird ein Land der neugegründeten DDR
1952 Der Landtag beschließt die Auflösung Sachsens. Es wird in die Bezirke Leipzig, Dresden und Chemnitz gegliedert
1990 Es finden freie Wahlen statt; der Freistaat Sachsen entsteht wieder
1992 Am 6. Juni wird die neue sächsische Verfassung in Kraft gesetzt
2002 Das bisher folgenreichste Hochwasser in Sachsen richtet in den Gebieten der Flussläufe Elbe, Weißeritz, Freiberger Mulde, Zwickauer Mulde und Vereinigte Mulde erhebliche Schäden an

Sachsen-Überblick

augustusburgSachsen ist einzigartig - das gilt für Land und Leute. Die sächsischen Regionen sind nicht nur geschichtlich und kulturell geprägt, sondern haben den Sprung in die Moderne geschafft. Dabei hat jede Region ihren eigenen Charakter, den es mit unserer Hilfe zu entdecken gilt. So vielfältig wie die Landschaft von der Sächsischen Schweiz bis zur Leipziger Tieflandsbucht sind auch die Sachsen selbst. Zwischen Vogtland und Oberlausitz liegt ein großer Reichtum an Kultur, Tradition und Moderne. Der Freistaat Sachsen bietet für Urlauber ein sehr abwechslungsreiches Programm zur Erholung und zur Freizeit an. Wassersportler kommen hier genauso auf ihre Kosten wie Städtereisende und Wanderfreunde. Im sächsischen Erzgebirge befindet sich der 1.214 m hohe Fichtelberg, auf den die Fichtelberg-Schwebebahn fährt. Bei Reisen im Sommer können die herrlichen Wanderwege genutzt werden, im Winter gibt es anspruchsvolle Pisten für Skifahrer und Snowboarder. Für Kletterfreunde ist die "Sächsische Schweiz" besonders attraktiv, die sich entlang der Elbe von Dresden über Pirna in Richtung Bad Schandau erstreckt. Über 1.000 speziell ausgewiesene Kletterfelsen können bestiegen werden. Unter den Sehenswürdigkeiten dieser Region sind die Bastei, die Festung Königstein als größte Bergfestung in Europa und die Freilichtbühne Rathen empfehlenswerte Reiseziele. Ein Urlaub in Sachsen ist auch für Städtetouristen interessant. Die Landeshauptstadt Dresden gibt mit dem Zwinger, der Semperoper, den Brühlschen Terrassen und der neu errichteten Frauenkirche eine prächtige Kulisse ab. grossergartendresdenViele Dresdner Sehenswürdigkeiten sind bequem zu Fuß zu erreichen. Wer Dresden von oben erleben möchte, kann den Turm der Frauenkirche, der Kreuzkirche oder des Rathauses besteigen und hat einen wundervollen Blick ins Land. Jedes Jahr im Dezember ist der Dresdner Striezelmarkt auf dem Altmarkt einen Besuch wert. Neuester Besuchermagnet in Dresden ist das Grüne Gewölbe im Dresdner Residenzschloss. Hier sind Schätze der Wettiner Fürsten zu bestaunen. Leipzig bildet in Westsachsen das kulturelle und gesellschaftliche Zentrum. Während eines Urlaubs in der Messestadt sollte unbedingt ein Besuch in der Thomaskirche des berühmten Kantors Bach und im Gewandhaus beim Gewandhausorchester auf dem Reiseplan stehen. Leipzig hat auch in der Kunstwelt einen hervorragenden Ruf. Die Werke der Leipziger Schule sind unter anderem mitten in der Stadt im neu errichteten Museum der bildenden Künste oder in der Kunsthalle der Sparkasse zu sehen. Vor den Toren Leipzigs entsteht zurzeit aus den Tagebaurestlöchern ein riesiges Wasserparadies aus mehreren Seen, das zahlreiche Möglichkeiten zum Baden, Surfen oder Tauchen bietet.

Erzgebirge

Wer im Erzgebirge Urlaub machen will, muss sich auf vieles gefasst machen: auf Berge, jahrhundertealtes Kunsthandwerk, geschichtsträchtige Städte, lebendige Bergbautraditionen. Fast jeder kennt die Nussknacker und Räuchermännchen, die vor allem zur Weihnachtszeit heiß begehrt sind. Es hat sich auch herumgesprochen, dass Oberwiesenthal und Altenberg Wintersportzentren und die unzähligen Waldwege ein wahres Wanderparadies sind. Die Städte spiegeln den Reichtum aus glanzvollen Bergbauzeiten wider. Den Westen Sachsens prägen der Automobilbau und die Musik. Das (auto)mobile und musikalische Herz schlägt in Zwickau. Diese wunderschöne, von Jugendstil geprägte Stadt ist für Musikenthusiasten mit Robert Schumann verbunden und für Liebhaber glänzender Karossen mit August Horch. Erzgebirge – wo ist das überhaupt? Erst einmal vornweg: es ist eine Region voller Überraschungen und Erlebnisse zu jeder Jahreszeit – versteht sich. Und jetzt heißt es: ab in den Süden! Es ist eine der bedeutsamsten Feriengebiete Sachsens. Dieses attraktive, waldreiche Mittelgebirge an der Grenze zur Tschechischen Republik steigt mit dem Fichtelberg bei Oberwiesenthal – übrigens Deutschlands höchst gelegene Stadt – auf über 1200 m an. Es entstand vor etwa 300 Millionen Jahren. Ungewöhnlich ist der Reichtum an Bodenschätzen, die verhältnismäßig nahe der Oberfläche lagern. Silber, Zinn, Kobalt, Blei und andere Metalle haben Sachsen einst zu einem der reichsten Länder Deutschlands gemacht. Der später begonnene Uranabbau war wirtschaftlich gesehen allerdings nur von geringer Bedeutung. Bereits der Name Erzgebirge verrät die Besonderheit dieses sächsischen Mittelgebirges. Die reichen Erze, gewonnen von fleißigen und erfindungsreichen Bergleuten und verhüttet von erfahrenen Hüttenleuten, wurden von Künstlern, Handwerkern und Industrieunternehmen zu den vielfältigsten Produkten verarbeitet. Das Montanwesen drückte dem ganzen Erzgebirge den Stempel auf, ob nun als landschaftsverändernde Kraft oder als prägender Faktor der gesamten Kulturgeschichte. Wenn heute auch kein Berggeschrei mehr ertönt, so haben sich dennoch aus vielen Jahrhunderten montanistischer Tätigkeit unzählige technische Denkmale wie Grubengebäude, das untertägige System von Strecken, Schächten und Stollen, Halden und Anlagen der Wasserwirtschaft erhalten. In dieser abwechslungsreichen Region mit tief eingeschnittenen Tälern, Hochebenen, künstlich angelegten Seen, Talsperren und Hochmooren vermitteln eine Vielzahl kunsthistorischer und einmaliger Sehenswürdigkeiten interessante Eindrücke von Vergangenheit und Gegenwart. Dieser unermessliche Reichtum an Bodenschätzen, Bergbaugeschichte, Volkskunst und Brauchtum zeugen heute noch von der Blütezeit des Erzbergbaus, aber auch von den schweren Zeiten der Bergleute nach seinem Niedergang

Freiberger Mulde

Freiberger MuldeDie Freiberger Mulde entspringt in Tschechien auf dem Hauptkamm des Osterzgebirges 2 km südöstlich von Moldava (Moldau) als Moldavský potok in einer Höhenlage von 855 m über NN zwischen der Sklařský vrch und der Oldřišský vrch. Die Quelle ist nur 2,5 km von der Quelle der Wilden Weißeritz und nur 1 km vom Quellgebiet der Flöha entfernt.
Nach etwa 5 km überfließt sie die Grenze nach Deutschland.In westlicher Richtung fließend erreicht sie den ersten deutschen Ort Holzhau in einer Höhe von ca. 600 m NN und Rechenberg-Bienenmühle in einer Höhe von ca. 545 m NN. Ihr Tal ist um 150 bis 200 m gegenüber den umliegenden Höhen eingetieft. In seichten Schwüngen fließt sie in nord-westlicher Richtung und ab Holzau nimmt sie durch Zuläufe mehrerer kleiner Bäche beachtlich zu. Über Bienenmühle ändert sie langsam ihren Verlauf in west-nord-wetsliche Richtung und ab Mulda-Randeck beginnt sie in starken Schlangenlinien zu fließen . Mehr und mehr wendet sie sich erst in nordwestliche und dann fast in nördliche Richtung. In Mulda münden von links der Chemnitzbach und der Helbigsdorfer Bach, in Lichtenberg von rechts die Gimmlitz. Der Fluss fließt in einem immer stärker eingetieften Tal, das zwischen Freiberg und Halsbrücke immer noch fast 100 m tiefer als die Hochfläche des nach Norden allmählich abfallenden Erzgebirges ist. Sie erreicht die alte Bergbaulandschaft, die durch zahlreiche technische und Kulturdenkmäler geprägt ist. Die Talhänge sind fast vollständig von naturnahen Mischwald besetzt. Nachdem sie Weißenborn/Erzgeb, Muldenhütten und Hilbersdorf passiert sie ihre Namengeberin Freiberg.
In starken Krümmungen windet sich die Freiberger Mulde an Freiberg vorbei bis Nossen in einem bis zu 100 m tief eingeschnittenen Tal. Bei S.-Breitenbach vereinigt sich die Bobritzsch mit der Freiberger Mulde.
Bei Töpeln mündet die Zschopau in die Freiberger Mulde. Die wichtigsten Nebenflüsse der Freiberger Mulde sind Bobritzsch, Gimmlitz und Striegis.
Freiberg ist Sachsens älteste und bedeutendste Bergstadt, Sie entstand im 12. Jahrhundert. Die reichen Silbervorkommen begünstigten die Entwicklung der Stadt Freiberg zum wirtschaftlichen Zentrum der Wettiner Herrscher, die hier die 1240 erstmals erwähnte Münze einrichteten. Nun nehmen die sehr starken Schwünge des Flusses ab und in ausgewogenen Schwüngen fließt die Freiberger Mulde weiter in westlicher Richtung um sich bei Niederstriegis mit dem Fluß Striegis zu vereinigen. Über Döbeln , vorbei an Kloster-Buch und Leisnig, fließt die Freiberger Mulde stetig bis bei Töpeln die Zschopau in die Freiberger Mulde mündet. Ihre letzte Vereinigung findet in Sermuth statt, wo sie sich selbst in die Zwickauer Mulde ergießt und von dort als vereinigte Mulde in nördlicher Richtung weiter fließt, um bei Dessau in die Elbe zu münden. Freiberger MuldeGanz verschieden ist die Beschaffenheit der Radroutenführung entlang der Freiberger Mulde. Entsprechend der hügligen Landschaft gibt es einen ständigen Wechsel zwischen ruhigen Nebenstrassen, Radwegen, befestigt oder unbefestigt, Wald- und Feldwegen aber auch ab und zu Streckenführungen mit mässigem Verkehr. So sind auch einige Steigungen zu überwinden.
Die Freiberger Mulde ist der rechte bzw. östliche Quellfluss der Mulde. Eine weniger gebräuchliche Bezeichnung ist daher auch der Name Östliche Mulde.
Die Freiberger Mulde und die Zwickauer Mulde treffen sich bei Sermuth und schließen sich zur Vereinigten Mulde zusammen, die dann bei Dessau in die Elbe mündet. Alle 3 Mulden haben in etwa die gleiche Lauflänge, jeweils etwas über 100 km.
Die Mulde ist der schnellste Fluss Europas!
Außerdem muss auch noch die Zschopau erwähnt werden, sie ist der natürliche Gewässerlauf der Mulde. Die Zschopau, der untere Teil der Freiberger Mulde und die Vereinigte Mulde haben eine Gesamtlauflänge von 252 km und einen Höhenunterschied von der Quelle bis zur Mündung von etwa 1.000 m

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02 Sep - 2011
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